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Z.B. über Stadtentwicklung: Stadtentwicklung betrifft uns alle. Es kann dir und mir nicht egal sein, ob noch zehn weitere „Höfe am Brühl“ aus dem Boden sprießen, die Menschen von der Stadtverwaltung anscheinend nur noch als shoppende Konsumzombies angesehen werden, während alles, was nicht zum sauberen Hochkultur-Messestadtimage Leipzigs passt, belächelt, schikaniert, kriminialisiert und verdrängt wird. Auch erkennen wir schnell, dass dann wohl eher doch nicht die 2-Kinder-Bio-Yoga-Eltern, die HGB-Hipster, die Schwaben oder der vegane Spätshop um die Ecke Schuld an der Gentrification sind. Die läuft ja auch im Waldstraßenviertel ab, wo es davon dann doch nicht soviele gibt. Und was auch klar sein sollte, ist das es keine Lösung ist, jetzt alle nach Kleinzschocher, Leutzsch und Anger-Crottendorf zu ziehen. Was ist es, was all diese Prozesse der Stadtentwicklung auslöst und beeinflusst, was ist der Grund warum die Häuser nicht denen gehören, die darin wohnen und wie können wir da was dran ändern?

Z.B. über Geschlecht: Geschlecht betrifft uns auch alle. Wie oft habe ist es mir schon aufgefallen, dass meist nur Männer reden, obwohl mehr Frauen im Raum sind. Wie oft durfte ich mir schon Rumgemacker á la „…“ vom lokalen Kiezantifaking anhören, wie oft schon, dass … Und das ist nur die Spitze des Eisbergs. Sexismus steckt in uns allen. Wie oft habe ich mich dabei ertappt, nur in Heteroschemen zu denken ohne Nichtheten mitzudenken. Wie oft merke ich an mir selber, dass ich unterbewusst anderen Menschen Eigenschaften aufgrund ihres Geschlechts zuschreibe, ohne sie wirklich zu kennen. Also wie bekomme ich diese ganze sexistische Kackscheiße aus meinem Kopf raus?

Z.B. über Kapitalismus: tagein, tagaus auf Arbeit rennen für 5 Euro die Stunde, obwohl ich doch eigentlich lieber Cocktails am Cossi schlürfen wöllte. Ein paar Sachen sind klar: Es gibt faktisch einen riesen Überfluss an Konsumgütern auf der Welt, die allen Menschen ein schönes Leben garantieren könnten und trotzdem gibt es soviel Armut. Es liegt auf der Hand, dass das kapitalistische System nicht darauf ausgerichtet ist Bedürfnisse zu befriedigen, auch nicht darauf die Umwelt möglichst zu schonen. Es werden Waren hergestellt, ohne dass es Kapitalist*innen interessieren müsste, was sie da eigentlich herstellen, solange der Rubel rollt und die Wettbewerbsfähigkeit gesichert ist. Auch klar ist, dass ich mir nicht einfach das nehmen kann, was ich brauche, zwischen mir und meinem eisgekühlten Pina-Colada steht das bürgerliche Privateigentum, geschützt von dem knüppelschwingenden Staatsapparat a.k.a. Bundesrepublik Deutschland. Ja und wer ist aber nun Schuld an der ganzen Misere? Die zockenden Bänker, die raffgierigen Manager, die faulen Griechen, die Hartz-IV-Empfänger? Du wirst doch wohl nicht alles glauben, was in der Bildzeitung steht. Also wie funktioniert das alles nun wirklich genau und was kann ich dagegen tun?

z.B. über Rassismus…

Du bist weiblich sozialisiert/nicht männlich sozialisiert??? (Scheiße, wie kann man das denn am besten schreiben?) und hast Lust dir gemeinsam mit der Meuterei-crew über solche Dinge Gedanken zu machen und dem deutschen Normalzustand etwas entgegenzusetzen? Du hast Lust in einem sich in der Entstehung befindendem Hausprojekt solidarisch zu leben, gesellschaftliche Diskurse anzustoßen, Alternativen zu leben, politische Arbeit zu machen oder auch einfach nur zur Kiezkultur beizutragen? Dann wärst du bei uns genau richtig! Leider haben wir derzeit aber keine Kapazitäten mehr für neue Mitbewohner*innen.

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